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Warum du deine dunkle Seite lieben solltest

Wir alle haben eine dunkle Seite. Eine Seite, die wir nicht gerne zeigen, die wir verstecken und die wir vielleicht sogar so weit verdrängt haben, dass uns gar nicht mehr bewusst ist, dass sie überhaupt existiert. Aber nur weil wir etwas ignorieren, geht es davon nicht automatisch weg. Wir können unsere dunkle Seite also verleugnen und verstecken wie wir wollen, früher oder später aber kommt sie zum Vorschein. Und wenn wir sie nicht kennen, dann ist sie unberechenbar.


Was sind Schattenseiten?

Der Schweizer Psychologe Carl Jung definiert den menschlichen Schatten als jeden Aspekt eines Menschen, dessen er sich selber nicht bewusst ist. Als Kinder lernen wir, dass bestimmte Eigenschaften die wir haben von unserem Umfeld nicht akzeptiert werden. Und weil jeder Mensch geliebt und akzeptiert werden will, beginnen wir diese Eigenschaften zu verstecken.

Manchmal geht das so weit, dass wir komplett vergessen, diese Eigenschaften überhaupt zu besitzen. Natürlich gehen diese Eigenschaften dadurch nicht einfach weg, wir sind uns lediglich nicht mehr bewusst darüber. Und deshalb tun wir vieles unterbewusst, dass wir bewusst überhaupt nicht verstehen können. Wir durchleben immer wieder dieselben wiederkehrenden Muster und können uns einfach nicht erklären, warum das so ist.

Wenn ein Kind beispielsweise in einem Umfeld aufwächst, in welchem Wut als Gefühl nicht akzeptiert wird, dann kann es passieren, dass es auch als Erwachsener noch glaubt, niemals wütend zu werden. Dieser Mensch denkt von sich vielleicht, er sei die Gelassenheit in Person, obwohl tief in ihm ein Vulkan brodelt. Da er seine Wut nicht zeigen kann, findet er unbewusst einen anderen Weg sie auszudrücken. Zum Beispiel in Form von passiv aggressivem Verhalten.

“Bis Du das Unbewusste bewusst gemacht hast, wird es Dein Leben lenken und Du wirst es Schicksal nennen.” – Carl G. Jung

 

Unsere soziale Maske

Unsere Psyche besteht aus zwei Teilen – einem bewussten und einem unbewussten. Wobei der unbewusste Teil einen weitaus größeren Raum einnimmt. Ein Teil des Unterbewusstseins ist etwas, das Carl Jung die „Persona“ nennt. Die Persona ist eine soziale Maske, welche jeder von uns trägt, um in unsere Gesellschaft zu passen. Sie ist ein Kompromiss zwischen unserer eigenen Individualität und der Gesellschaft in der wir leben.

Diese Maske ist notwendig für uns, denn ohne wären wir kaum Gesellschaftsfähig. Wir nehmen also verschiedene Rollen an, wie beispielsweise die Rolle der Mutter, des Vaters, des Doktors, des Künstlers, der Schwester oder der Freundin und verhalten uns nach ihren „Richtlinien.“ Wir benehmen uns so, wie es die Gesellschaft von dieser Rolle erwartet. Dadurch entwickeln wir mehrere Persönlichkeiten, die aber alle auch ein Teil von uns sind.

Genauer habe ich das in diesem Artikel erklärt: Warum wir alle multiple Persönlichkeiten haben

„Man wird nicht erleuchtet, indem man sich Lichtfiguren vorstellt, sondern indem man sich der Dunkelheit bewusst wird.“ – Carl Gustav Jung

 

Wie sich unser Schatten zeigt

Unsere Schattenseite ist immer gegenwärtig, ganz egal ob wir uns bewusst darüber sind, oder nicht. Unser Unterbewusstsein bestimmt 95% unserer Handlungen und einen großen Teil daraus übernimmt auch unsere Schattenseite. Je weniger bewusst wir uns über sie sind, desto mehr Handlungen übernimmt sie.

Wenn wir uns selber kaum kennen und nicht verstehen, dann liegt das daran, dass wir uns noch nie mit unserer Schattenseite auseinandergesetzt haben. Ein großer Teil unserer Persönlichkeit liegt für uns im Dunkeln – wie sollen wir uns denn da auch wirklich kennen? Und weil wir keine Ahnung haben wer wir sind, lügen wir uns gerne selber an. Wir reden uns ein etwas gut zu finden, obwohl wir es hassen. Wir reden uns ein etwas zu sein, dass wir gar nicht sein wollen.

Ein weiteres Zeichen dafür, dass man einen großen Schatten hat ist, dass wir unsere verdrängten Eigenschaften auf andere projizieren und dann auf diese sehr starke emotional reagieren. Wenn uns etwas super wütend macht, dann ist das meist ein Hinweis auf unseren Schatten. Wir kritisieren immer das, was uns unbewusst auch an uns selber stört. Wir lehnen das an anderen ab, was wir auch an uns selber ablehnen.

Warum genau das so ist habe ich in diesem Artikel ausführlicher beschrieben: Was die Menschen in deinem Umfeld über dich verraten

„Wenn man eigene unbewusste Tendenzen den anderen «ansieht», nennt man das eine Projektion.“ – Carl G. Jung

 

Müssen wir Angst vor unserer Schattenseite haben?

Unsere Schattenseiten sind die Aspekte von uns, von denen wir uns am meisten bedroht fühlen. Ja, wir haben sogar richtig Angst vor unserer dunklen Seite. Wir haben Angst davor, dass jemand entdeckt, dass wir überhaupt so eine Seite haben. Das wir nicht immer so sind, wie wir vorgeben zu sein.

Dabei sind diese verdrängten und versteckten Eigenschaften nicht immer unbedingt negativ. Und sie gehören genauso zu uns wie alles andere. Wir werden uns nie wirklich ganz fühlen, solange wir unsere Schattenseiten verdrängen und verleugnen. Nur wenn wir alle Teile von uns akzeptieren und integrieren, können wir uns selber verstehen und hören dadurch auf, uns selber zu sabotieren. Und nur dann können wir auch zu der besten Version von uns selber werden.  

„Wer zugleich seinen Schatten und sein Licht wahrnimmt, sieht sich von zwei Seiten, und damit kommt er in die Mitte.“ – Carl G. Jung

 

Warum du deine dunkle Seite kennen lernen solltest

Die Welt besteht nicht nur aus Licht. Tatsächlich ist sogar das ganze Universum von Dunkelheit umgeben. Dunkelheit ist genauso wichtig wie das Licht. Ohne Dunkelheit könnten wir zum Beispiel niemals die Sterne sehen. Wir brauchen den Kontrast. Wir brauchen die Dunkelheit, um das Licht zu schätzen.

Unsere dunkle Seite zu verstecken und zu verdrängen bringt uns nicht weiter, denn man kann nichts wegschieben, ohne es dabei stärker zu machen. Wenn wir aber anfangen, unsere Schattenseite kennenzulernen, sie akzeptieren und vielleicht sogar lieben können, dann eröffnet uns das eine ganz neue Dimension der Selbsterkenntnis. Wir werden achtsamer, verstehen nicht nur uns besser, sondern auch andere. Und wir werden liebevoller und verständnisvoller, weil wir immer mehr hinter das Verhalten der anderen blicken können. 

In unseren dunkelsten Zeiten werden wir erleuchtet. Erst wenn es uns schlecht geht fangen wir an, die Dinge zu hinterfragen und aufzuwachen. Wir brauchen den Kontrast also auch in uns selbst. Wir brauchen Licht und Schatten in uns selbst. Und nur wenn wir unseren Schatten genauso akzeptieren wie unser Licht und lernen, ihn zu verstehen, können wir herausfinden, wer wir wirklich sind und was wir eigentlich wollen.

„Alle natürlichen Dinge haben aber zwei Seiten, und wenn wir etwas bewusst machen müssen, so dürfen wir nicht nur das Licht, sondern müssen auch den Schatten sehen.“ – Carl G. Jung

 

 

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