Selbstzweifel kennt jeder von uns. Die einen mehr, die anderen weniger. Aber im Grunde zweifeln wir alle immer mal wieder an unseren Fähigkeiten, Talenten, Charakterzügen oder an unserem Aussehen. Oft tun wir Dinge, auf die wir eigentlich total viel Lust hätten, deshalb nicht, weil wir sie uns nicht zutrauen. Wir wagen es nicht, unsere Komfort Zone zu verlassen und etwas neues zu probieren. Wir bleiben lieber da wo wir sind, denn dort kennen wir uns aus.
Viele von uns sind unglücklich in unserem Job, in unserer Beziehung, in der Stadt in der wir leben oder mit den Leuten, mit denen wir tagtäglich zu tun haben. Und warum ändern wir nichts? Weil wir an uns zweifeln. Wir zweifeln daran, tatsächlich etwas an der Situation verändern zu können. Wir zweifeln daran, dass es gut geht, wenn wir uns trauen zu springen. Aber wie soll sich dann jemals etwas ändern? Wenn wir den ersten Schritt nicht gehen, kann auch kein zweiter folgen. Und das ist schade.
Brauchen wir einen festen Platz?
Wir sind auf dieser Welt, um das zu tun, was uns Spaß macht und nicht um uns anzupassen, den Kopf einzuziehen und zu lernen, irgendwie zu überleben. Unglücklich, aber mit festem Platz in der Welt. Dieser feste Platz ist in Wahrheit unser Gefängnis. Wenn wir selber nicht daraus ausbrechen, kann uns auch niemand helfen. Nur wir alleine sind dafür verantwortlich.
Mir selber fällt es auch oft schwer. Ich habe oft Selbstzweifel. Aber ich gestehe es mir selbst auch ein. Ich weiß, dass sie da sind und ich versuche, sie zu überwinden. Wie ihr vielleicht schon wisst, wollte ich als Kind immer Autorin werden. Ich habe diesen Wunsch all die Jahre immer in mir getragen, aber ihn so tief begraben, dass ich ihn vergessen hatte. Jetzt habe ich diese Leidenschaft langsam wieder entdeckt und damit angefangen, ein Buch zu schreiben. Ich habe als Kind viele Bücher begonnen, aber nie eines zu Ende geschrieben.
Lässt du dich von Zweifeln stoppen?
Als ich vor ein paar Monaten mit dem Schreibprozess angefangen habe, hatte ich verdammt viele Zweifel. Ist das wirklich gut, was ich da schreibe? Werde ich dafür nicht ausgelacht? Ist das nicht zu langweilig? Ist es vielleicht doch zu dramatisch? Zu kindisch? Zu radikal? Zu depressiv? Man oh man, habe ich mir viele Gedanken gemacht. Aber ich habe mir fest vorgenommen, nicht auf meine Selbstzweifel zu hören und immer weiterzumachen. Die erste Fassung muss nicht perfekt sein, sie muss einfach nur geschrieben werden. Danach kann man sie so oft überarbeiten wie man will.
Und ich habe es wirklich geschafft! Die erste Fassung meines Romans habe ich vor ein paar Wochen beendet. Das hätte ich nie geschafft, hätte ich meine Selbstzweifel zu ernst genommen. Ich glaube, ich hätte keine Zeile schreiben können, hätte ich meine Unsicherheiten die Kontrolle übernehmen lassen. Ich habe einfach weiter gemacht, immer weiter.
Spring über deinen Schatten!
Sich etwas zu trauen finde ich enorm wichtig. Nur so können wir wachsen und uns weiterentwickeln. Jetzt muss ich meinen Roman überarbeiten und das wird sicher nochmal genauso viel Arbeit wie das schreiben. Wann ist das Buch perfekt genug für mich? Ich werde auch noch lernen müssen, irgendwann mal loszulassen und Perfektion zu vergessen.
Aber sehen wir es doch ein: Selbstzweifel begleiten uns immer. Ich glaube nicht, dass irgendein Mensch komplett Selbstsicher ist und Unsicherheiten nicht kennt. Aber es gibt Menschen, die gelernt haben damit umzugehen und das Ganze nicht zu ernst zu nehmen. Je öfter man etwas wagt, desto leichter wird es, denke ich. Und ich will jetzt endlich damit anfangen. Ich will meine Komfort Zone immer öfter verlassen, oder noch besser: Sie erweitern!
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