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Zwischen Laptops und Kaffeetassen

“Tu es nicht”, sagt sie, nachdem ich ihr erzählt habe, was ich vorhabe. “Du wirst es bereuen.” Werde ich das? War ich die letzten Wochen auf dem falschen Weg? Will ich mal wieder etwas in meinem Leben ändern, ohne zu bemerken, dass doch eigentlich alles ganz gut läuft? “Vielleicht hast du recht”, sage ich und zucke mit den Schultern. “Glaub mir, ich kenne das”, antwortet sie. Und ich glaube ihr. 

Wir sitzen in einem Café, die Laptops aufgeklappt, Kaffeetassen und Handys auf dem Tisch. Das Freelancerleben, von dem ich letztes Jahr noch so begeistert war. Und plötzlich hat es irgendwie seinen Glanz verloren. Bildschirm, schreiben, telefonieren, E-Mails beantworten. Alles Online. Kunden ohne Gesicht. Einzelkämpfer. Ein anderes Café, derselbe Desktop.

Die Freiheit, die ich letztes Jahr noch so genoßen habe, hat sich in Einsamkeit verwandelt. Kaum Teamarbeit. Komplett auf mich alleine gestellt. Und dann hat sich ganz plötzlich diese Angst eingeschlichen. Diese Angst, die aus allen positiven Dingen auf einmal negative macht. Eine Angst, die nicht meine eigene ist, sondern die ich von den Menschen um mich herum aufgesogen habe. Angst vor der Ungewissheit. Angst, zu versagen.

Sicherheit war mir nie wirklich wichtig, aber plötzlich ist sie es. Was hat sich geändert? Ich habe angefangen, zu zweifeln. Habe aufgehört, zu vertrauen. Bin Müde geworden, von meiner Verantwortung, von dem Druck, den ich mir selber gemacht habe. Habe alles infrage gestellt, was mir vorher wichtig war. Und auf einmal erscheint alles in einem vollkommen anderem Licht. Einem Licht, das von einem großen Schatten dominiert wird. Einem Schatten, der sich von meiner Angst ernährt.

“Bei dir ändert sich immer alles so schnell”, sagt sie lachend und ich nicke. Sie hat recht. Und vielleicht überstürze ich diese Entscheidung mal wieder. Vielleicht sollte ich das Ganze noch einmal wirklich durchdenken, bevor ich alles hinschmeisse und wieder ein neues Kapitel beginne. Wollte ich nicht vor kurzem noch ein wenig mehr Beständigkeit in meinem Leben haben? 

Ich habe mich damals nicht ohne Grund für diesen Weg entschieden. Vielleicht muss ich mir diese Gründe nur ab und zu wieder bewusst machen. Ich hatte immer große Träume. Ich wollte nie den vorgegeben Weg gehen. Warum zweifle ich jetzt daran? Warum zweifle ich so stark an mir selbst?

Laptop, Kaffe und Notizheft. Links und rechts von mir eine Freundin. Eine davon kenne ich erst seit zwei Tagen und schon arbeiten wir gemeinsam an einem tollen Projekt. Bin ich wirklich einsam, oder einfach nur undankbar? Ich lächle.

Vielleicht war es Schicksal. Vielleicht sollte ich heute genau hier sitzen, zwischen Laptop, Kaffeetassen und zwei inspirierenden Frauen, die mich dazu bringen, mal wieder alles infrage zu stellen.

Vielleicht sollte ich hier sitzen, um infrage zu stellen, ob es sich wirklich lohnt, immer wieder alles und jeden infrage zu stellen.

 

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Marina  ♥

 

 

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Gefallen dir meine Worte? Dann lies gerne in die ersten Kapitel meines Romans “Weck mich auf!” rein.

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2 Comments

  • Reply Anne

    Dieses Gefühl kenne ich zu gut. Du sprichst mir aus der Seele…

    13. Mai 2019 at 22:45
    • Reply Marina

      Danke für deinen Kommentar, liebe Anne <3

      19. Mai 2019 at 12:13

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