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Verletzbarkeit…

Ich verletze dich und du verletzt mich. Doch wir verstecken unsere Wunden. Du siehst mich an und ich weiß, dass ich dich getroffen habe. Aber du lässt es dir nicht anmerken. Du tust so, als sei alles in Ordnung. Als könnte ich dir nich weh tun. Und deshalb tue ich auch so. Und ich zeige dir nicht, wie sehr du mich verletzt, indem du mir deine Verletzbarkeit nicht zeigst. Und du zeigst mir nicht, wie sehr es dich trifft, dass ich meine Wunden vor dir verstecke.

Warum können wir nicht ehrlich sein? Warum wollen wir nicht verletzbar sein? Ist der eigene Stolz so viel wichtiger, als der Schmerz der anderen Person? Wovor haben wir Angst? Davor, noch mehr verletzt zu werden? Macht das denn noch einen Unterschied?

Deine Wunden sind meine Wunden und meine Wunden sind deine.

Denn egal wer du bist, wenn ich dir nicht zeige, dass du mich verletzen kannst, wirst du es vermutlich tun, ohne es zu wissen. Und wenn du mir nicht zeigst, dass du verwundbar bist, werde ich versuchen, durch deine Rüstung zu stoßen.

Denn so sind wir Menschen. Wir wollen uns verletzen, wenn wir Widerstand spüren. Wir wollen gegeneinander kämpfen, wenn wir nicht offen miteinander sind. Denn so können wir uns im anderen nicht erkennen. So bleibt der andere fremd. 

Ich verletze dich und du verletzt mich.

Ich zeige dir meine Wunden und du mir deine.

Es tut mir leid, ich erkenne mich in dir.

Und deine Ehrlichkeit lässt meine Wunden heilen. 

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Marina  ♥

 

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2 Comments

  • Reply König Wasserrutsche

    “Warum wollen wir nicht verletzbar sein?” – Weil wir in einer Gesellschaft leben, in der wir schon von klein-auf lernen, dass Verletzlichkeit ein Zeichen von Schwäche ist und es für die Schwachen einfach keinen Platz gibt. Wir lernen, dass man stark bleiben muss, wenn man erfolgreich sein will. “Indianer kennt keinen Schmerz!” und ähnliche Ratschläge sowie falsche Glaubenssätze gibt man uns schon in frühester Kindheit mit. Und Kinder lernen sehr schnell! Dabei bedeutet Stärke nicht, dass man keine Schmerzen empfindet und alle Gefühle ignoriert. Stärke bedeutet, seine Gefühle anzunehmen und sie auch offen zu zeigen – ganz egal was andere darüber denken. Das ist insbesondere dann schwierig, wenn man als hochsensible Person eben von jenen umgeben ist, die Verletzlichkeit als Schwäche ansehen… aber möglich ist es trotzdem!

    Anchu Kögl hat in einem seiner Bücher und auch in ein oder zwei Blogbeiträgen über die eigene Verletzlichkeit geschrieben und kam zu dem Schluss, dass Menschen die ihre Verletzlichkeit zeigen können, viel authentischer sind und dass man eben viel häufiger dazu stehen sollte. Das unterschreibe ich gern 🙂

    15. Juli 2018 at 7:21
    • Reply Marina

      Das hast du sehr schön gesagt! Du hast absolut recht, Verletzbarkeit wird als Schwäche angesehen, dabei ist es eine der größten Stärken, da es sehr viel Mut braucht, sich so zu öffnen.
      Nur wenn wir uns verletzbar zeigen und zu unseren Gefühlen stehen und sie uns gegenseitig mitteilen können, dann können wir auch harmonisch miteinander leben.
      Viele liebe Grüße,
      Marina

      16. Juli 2018 at 11:30

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