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Plastikwelt

Leere Flaschen aus Plastik am Wegesrand. Leere Gesichter aus Plastik auf den Straßen. Außen perfekt, innen zerstört. Nur Kunststoff, hart und starr. Recyclebar? Zurück zum Ursprung. Die Fassade droht zu zerbrechen. 

Barbie und Ken auf dem Highway. In einem roten Porsche. Umgeben von Plastikpalmen. Perfekte Welt. Bloß keine Gefühle zeigen. Und erst recht keine Schwäche. Kauf dir Zeug, dass du nicht brauchst. Schmeiss es beim Fenster raus, weil du es kannst. Die Welt will sehen, was du hast. Und du willst es ihr zeigen.

Das Neuste vom Neuesten. Immer mehr und mehr. Kauf dir Zeug, dass du dir nicht leisten kannst. Weil du denkst, dass das die Leere in dir füllt. Plastik dort, wo dein Herz einmal war. Die Welt wollte es so von dir. Du hast dich nur angepasst. Und was mit ihr passiert ist dir egal. Denn du musst überleben. Und dafür nimmst du dir, was du kriegen kannst. Keine Rücksicht auf Verluste. Schließlich nimmt die Welt auch keine Rücksicht auf dich.

Lebensfreude made in China. Unsere Party schwimmt jetzt im Ozean. Ein Meer voller Plastik. Aber wir wollen mehr. Legen Plastik über unsere Wunden. Trinken gute Laune aus Plastikflaschen. 

Plastikwelt.

Wir tragen Masken aus Plastik. Plastic surgery. Zeigen der Welt nicht, was darunter versteckt ist. Wollen lieber perfekt sein, als ehrlich. Lieber makellos, als echt. Lieber künstlich, als unverfälscht. 

Warum? Haben wir Angst vor der Realität? Haben wir Angst vor uns selbst? Menschen kritisieren andere Menschen. Aber am meisten immer sich selbst. Wir machen uns gegenseitig das Leben schwer. Machen uns selbst das Leben schwer. Indem wir unsere Welt zu Plastik machen. 

Tupperdosen. Gefühle verpackt in Plastik. Luftdicht abgeschlossen. Aufgehoben für besondere Anlässe. Aber nur in kleiner Dosis. Was sollen denn die anderen denken?

Plastikwelt.

Zieh die goldene Plastikkarte durch den Leser. Dein Statussymbol aus Plastik. Wie viel bist du wert? Und was bist du wert, wenn du nichts mehr hast? Keine Plastikdecke, die dich vor den Blicken anderer schützt. Wenn all das Plastik nichts mehr wert ist. Wenn wir erkennen, dass es in unserer Welt keinen Platz mehr hat.

Was dann?

Du blickst in den Spiegel, streifst deine Maske ab. Hebst die Flaschen am Wegesrand auf und lächelst die Gesichter aus Plastik an, die dir entgegen kommen. Kannst du erkennen, wie ihre Plastikmaske an ein paar Stellen aufbricht? Kannst du erkennen, was sich dahinter verbirgt?  

Barbie und Ken auf dem Highway. Du winkst ihnen zu. Sie winken zurück. Und langsam fängt dein Herz wieder an zu schlagen. Leben kehrt zurück. 

Vorsichtig öffnest du die Tupperdose. Riskierst einen flüchtigen Blick. Lässt deine Gefühle wieder atmen. 

Plastikwelt.

Der Geruch von verbranntem Plastik liegt in der Luft. Du beschwerst dich nicht mehr. Widerstand erzeugt nur immer noch mehr Widerstand. Du weißt, was du zu tun hast. Du weißt, dass du diese Welt nur verändern kannst, indem du zuerst dich selbst veränderst. Nicht aus Hass, sondern aus Liebe. Weil wir alle im selben Boot sitzen.

Weil du nur eine Erweiterung von mir bist. Und ich nur eine Erweiterung von dir. 

Und woraus diese Welt bestehen soll, entscheiden wir gemeinsam. 

 

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Marina  ♥

 

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2 Comments

  • Reply Irina

    Alter Verwalter!! Wie genial ist dieser Artikel! Du malst mit deinen Worten und regst dabei zum Nachdenken an. Du hast ein großes Talent meine Liebe!!! <3

    25. August 2018 at 17:36
    • Reply Marina

      Vielen, vielen Dank liebe Irina! Das ist so schön zu hören und freut mich unglaublich! 🙂 <3

      25. August 2018 at 17:38

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