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Neujahrswünsche auf leeren Seiten

Diese Zeit des Jahres ist etwas ganz besonderes. Diese Tage zwischen den Jahren, in denen die Städte leuchten und Wünsche wahr werden. Die ersten Tage eines neuen Jahres, 365 unbeschriebene Seiten. Ein ganzes Jahr vor uns, ein ganzes Jahr hinter uns. Ein neuer Anfang, ein neues Kapitel. Leere Seiten, die gefüllt werden wollen. Doch diesmal will ich sie nicht vorschreiben. 

2019, ich weiß dass du viele Überraschungen bereithalten wirst. Du wirst anders. Du wirst wieder Ordnung in mein Chaos bringen. Du wirst mich reifen und wachsen lassen und mir mehr Struktur verleihen. 2018 hat mir gezeigt, dass ich eigentlich schon alles habe, was ich brauche. Dass es nicht immer leichter ist zu bleiben als zu gehen und dass es egal ist wo ich bin, weil ich mich selber immer mitnehme.

Im nächsten Jahr werde ich mich mehr auf das konzentrieren, was vor mir ist. Und ich werde wieder ein Zuhause haben, ein richtiges. Ankommen. Das wünsche ich mir für das nächste Jahr. Aber kommt man jemals wirklich an?

Neujahrswünsche.

Die letzten Jahre habe ich mir immer große Listen geschrieben. Dinge, die ich in einem Jahr erreichen möchte, die ich erleben möchte. Und ich war immer motiviert, all das wahr werden zu lassen. 

Aber dieses Jahr ist es anders. Meine Liste ist immer noch leer. Ich möchte keine Pläne, keine großen Ziele. Ich habe keine Ahnung was das neue Jahr bringen wird und ja, das macht mir Angst, aber gleichzeitig ist es auch super aufregend. Letztes Jahr habe ich gelernt, dass ich zu unbeständig bin um langfristige Pläne zu machen. Wer weiß, welche Person ich in ein paar Monaten sein werde?

Vielleicht hat diese Person ganz andere Vorstellungen von ihrem Leben. 

Ich wünsche mir anzukommen. Bei mir selbst und in der Welt. Und ich habe keine Ahnung, wie der Weg dorthin aussehen wird. Vielleicht wird dieser Weg auch niemals enden. Denn vielleicht ist das Leben dafür einfach nicht gemacht. Oder ich habe einfach noch nicht herausgefunden, wie das geht. 

Aber das Leben ist eben eine Reise, eine Geschichte die ständig geschrieben wird. Und ich möchte sie nicht vorschreiben, ich möchte sie erleben. Denn wie langweilig wäre es denn, wenn ich ihr Ende schon kennen würde? Wenn ich von all den unerwarteten Wendungen bereits wüsste, weil ich sie selber initiiert habe? 

Ich will am Ende des Jahres keine Liste mehr abhaken, die ich am Anfang des Jahres geschrieben habe. Auch wenn sich das eine Zeit lang gut angefühlt hat. Jetzt tut es das nicht mehr.

Wenn ich eine fiktive Geschichte schreibe dann passiert es mir jedesmal, dass die Geschichte plötzlich eine Eigendynamik entwickelt. Auf einmal kommt es mir nicht mehr so vor, als würde ich die Geschichte schreiben, sondern als würde ich sie erleben. Ich bin dann nicht der Schöpfer der Geschichte, sondern nur der Empfänger, der das Empfangene zu Papier bringt.

Wie viel Kontrolle haben wir wirklich?

Und warum wollen wir überhaupt immer alles und jeden kontrollieren? Vielleicht liegt wahre Freiheit darin, die Kontrolle abzugeben. Sich von der Eigendynamik des Lebens mitreißen und überraschen zu lassen. 

Ein neues Jahr. Ein ganzes Buch voller leerer Seiten. So viele Geschichten, mit denen dieses Buch gefüllt werden wird. Und ich freue mich schon darauf, dieses Buch lesen und erleben zu dürfen. Kapitel für Kapitel. Seite für Seite. 

Denn leere Seiten müssen mir keine Angst mehr machen. Ungeschriebene Worte, unendlich viele verschiedene Möglichkeiten. Ich entscheide mich für eine davon, Seite für Seite. Und ich lasse mich überraschen, wie sich die Geschichte dadurch entwickelt.

In Wegen, die ich davor selber niemals sehen konnte. 

 

***

Marina  ♥

 

 

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Magst du meine Texte? Dann schau doch mal in meinen Roman “Weck mich auf!” rein.

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