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Das Flüstern der Zeit

Schnelle Schritte. Immer in Eile. Immer auf der Suche. Nach irgendwas. Und nichts. Ein Blick auf die Uhr. Die Sekunden ticken. Sie laufen weiter. Vergehen, auch wenn wir ihnen keine Beachtung schenken. Verstreichen nur umso schneller.

Schnelle Schritte. Stets ein Ziel vor Augen. Dass es zu erreichen gilt. Und dann? Das nächste. Denn die Zeit hat kein Erbarmen. Sie flüstert uns Dinge ins Ohr, die wir nicht hören wollen. Sätze, die sich tief in unsere Psyche graben, sich dort einnisten und verrotten.

Du hast nicht Ewig Zeit.

Deine Zeit ist begrenzt.

Nutze deine Zeit, denn du weißt nicht, wie viel dir noch bleibt.

Dieses Flüstern, welches uns antreibt. Und umbringt. Und antreibt. Weil wir nicht sinnlos sein wollen. Weil wir vor unserer Endlichkeit davonlaufen. Und in sie hinein laufen. Sie verleugnen. Und uns doch von wir beherrschen lassen.

Zeit gefüllt mit Gedanken. Und Taten. Und Gedanken an Taten. Zeit gefüllt mit Terminen. Und Projekten. Und Terminen für Projekte. Zeit gefüllt mit Hoffnung. Hoffnung nach Sinn. Aber die Zeit hat kein Verständnis.

Tick. Tack. Getaktet. Keine Zeit. Immer beschäftigt. Und doch eintönig. Keine Zeit zu verlieren. Weil sie begrenzt ist. Für uns. Weil sie nicht möchte, dass wir stehen bleiben. Weil ihr Zeiger niemals schläft. Und sie auch nicht.

Zeitverschwendung. Verschwendete Minuten. Verschwendete Tage. Wir klammern uns fest. Der Zeit ist es egal. Sie lässt sich nicht verschwenden. Sie geht ihren Weg. Läuft weiter. Immer weiter. Während wir ihr hinterherjagen. Und sie doch niemals zu fassen kriegen.

Sie gleitet dahin. Und lächelt. Lächelt, weil sie weiß, dass sie nicht endlich ist. Lächelt, weil sie weiß, dass sie alle Zeit der Welt hat. Wir nicht.

Sie hält uns in ihrer Hand. Kann uns zerquetschen. Mühelos. Und doch schenkt sie uns ihre Seele. Jeden Tag. Und wir greifen danach. Gierig. Wollen mehr. Weil uns die Stunden nicht reichen. Weil die Minuten nicht genug sind. Saugen sie aus. Achtlos. Ohne zu merken, dass sie uns bereits alles gibt, was sie hat.

Doch sie lächelt weiterhin. Stumm. Verteilt großzügig ihre Geschenke. An uns.

Und hofft weiterhin darauf, dass wir diese irgendwann zu schätzen wissen. Und dass wir sie mit anderen Menschen teilen.

Denn sie weiß, dass dies die einzige Möglichkeit ist, nicht sinnlos zu sein.

 

***

Marina  ♥

 

 

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Gefallen dir meine Worte? Dann schau doch gerne mal in die Leseprobe meines Romans “Weck mich auf!” rein.

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