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Aller Anfang ist schwer, sagen sie

Aller Anfang ist schwer, sagen sie. Du wirst Fehler machen. Du wirst scheitern. Du wirst schlecht sein und versagen und du wirst dich fragen, ob es überhaupt wert ist, weiterzumachen. Weil es einfach zu hart ist. Weil du mit deinem Scheitern nicht klar kommst. Dein Ego ist verletzt und es will dich dazu überreden, aufzuhören. Es erträgt die Erniedrigung nicht, will dorthin zurück, wo es sich wohl fühlt. Dorthin, wo es sich auskennt.

Aller Anfang ist schwer, sagen sie. Weil du dich in unbekannte Gewässer begibst. Du hast keine Ahnung, wo du landen wirst. Du kennst den Weg nicht, tapst hilflos umher. Orientierungslos. Weil du das Unbekannte noch nicht kennst. Weil du keine Sicherheiten hast. Nicht hier. Weil alles neu für dich ist. Und du das Neue erst erkunden musst.

Ein Schritt nach dem anderen. Und plötzlich wird es leichter. Plötzlich fühlst du dich besser. Sicherer. Jeden Tag ein bisschen mehr. Doch erneute Rückschläge werfen dich aus der Bahn. Lassen dich zweifeln. An dem Prozess. Und vor allem an dir selbst.

Doch du gibst noch nicht auf. Noch nicht. Du willst es noch ein bisschen länger versuchen. Nur um zu sehen, ob du es tatsächlich schaffen kannst. Denn auch wenn dein Ego dir sagt, es wäre besser aufzuhören, sagt es dir gleichzeitig auch, dass du niemals aufgeben solltest. Niemals.

Niemals? Eine unnötige Generalisierung. Aber jetzt gerade möchtest du es einfach nur wissen. Denn auch wenn du Fehler gemacht und versagt hast, ist dir das Ganze etwas wert. Du willst es. Wirklich. Und deshalb machst du weiter. Kämpfst dich durch. Versagt erneut. Doch ab und zu kannst du einen kleinen Lichtblick erkennen. Du hältst dich daran fest.

Und dann plötzlich, es passiert so schnell, dass du es gar nicht mitbekommst, plötzlich machst du es richtig. Und dann nochmal. Und wieder. Und immer wieder. Weil du weißt, was du zu tun hast. Weil dein Körper sich mit dir erinnert. Und nun bist du sicher. Und jeden Tag ein bisschen mehr.

Aller Anfang ist schwer, sagen sie. Und vielleicht hat das auch einen Grund. Vielleicht müssen wir eine Sache genug lieben, damit wir sie verdienen. Sie hat ihren Preis. Und du bist gewillt, ihn zu bezahlen. Was immer dafür nötig ist, du tust es. Und durch deine Mühen ist das Ergebnis am Ende umso wertvoller. Du kannst es schätzen. Du kennst den Wert.

Aller Anfang ist schwer, sagen sie.

Und doch steckt in Anfängen eine gewisse Magie. Eine unverkennbare Neugierde, die sich mit der Illusion der Angst vermischt.

Weil man nie weiß, was für ein Ende dieser Anfang bringen wird.

 

***

Marina  ♥

 

 

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Gefallen dir meine Texte? Dann lies doch mal in die ersten Kapitel meines Romans “Weck mich auf!” rein.

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