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Wie gut kennst du dich selbst?

Wenn man bedenkt, dass du jeden Tag, jede Sekunde mit dir zusammen verbringst, alles mit dir gemeinsam erlebst, alle Gefühle mit dir teilst und deine eigenen Gedanken lesen kannst, dann müsste man meinen, du kennst dich ziemlich gut. Ja, man müsste meinen, du wüsstest ganz genau wer du bist und was du willst. Wer könnte dich denn auch besser kennen, als du dich selbst? Immerhin steckst nur du in deiner Haut und nur du siehst die Welt eben so, wie du sie siehst.

„Gnothi seauton“ sagt eine alte Inschrift am Apollotempel von Delphi und es bedeutet: „Erkenne dich selbst!“ Der Legende nach gravierten in der Antike die sogenannten „Sieben Weisen von Griechenland“  diesen Satz auf eine Säule in der Vorhalle des Tempels. Später erkannte man, dass es in der Philosophie um nichts anderes geht, als um diese Selbsterkenntnis. Aber was genau soll das bedeuten?

Klar, du weißt wer du bist. Du kennst deinen Namen, deine Augenfarbe, weißt wo du wohnst, was für Filme du gerne siehst und meistens bist du dir auch darüber im Klaren, was für Hobbys du hast und ob du lieber Schoko- oder Vanilleeis isst. Aber glaubst du, dass du dich wirklich gut genug kennst? Denkst du nicht auch, dass es da noch etwas zu erforschen gibt, von dem du bis jetzt noch nicht viel weißt? Dinge in dir, die du verdrängst, oder einfach nicht beachtest?

Was denkst du über dich?

Wer bist du eigentlich wirklich? Hast du darüber schon einmal nachgedacht? Wir zerbrechen uns so oft den Kopf darüber, was andere wohl über uns denken, aber was denken wir eigentlich über uns? Ist das, was andere von uns halten wirklich wichtiger, wie unser Bild von uns selbst?

Wir analysieren ständig das Verhalten von anderen Menschen, aber wann machen wir das jemals mit uns? Wir denken kaum darüber nach, warum uns bestimmte Dinge wütend machen, oder uns Angst einflößen. Oder weshalb wir uns zu etwas oder jemandem hingezogen fühlen, oder eben nicht.

 

Weißt du, wer du bist?

Und jetzt frage ich dich nochmal; Kennst du dich wirklich? Weißt du, was in dir steckt? Kennst du deine Interessen, deine Talente und Leidenschaften? Weißt du, was du wirklich vom Leben willst? Was deine Ziele und Träume sind? Kennst du deine versteckten Glaubenssätze? Siehst du die sich wiederholenden Muster in deinem Leben? Weißt du auch, warum das so ist? Bist du dir deiner inneren Überzeugungen bewusst? Deiner Traumata und tiefen Wunden? Ist dir klar, welche Menschen gut für dich sind und welche du lieber loslassen solltest? Kannst du deine innere Stimme hören? Oder ignorierst du sie schon so lange, dass du nicht mehr weißt, wie sie klingt? Bist du dir deiner wahren Gefühle bewusst? Oder schaltest du sie lieber ab? Hast du vielleicht dein Gefühl für deine Gefühle verloren?

Sich selber richtig gut zu kennen ist eine Kunst und erfordert viel Mut. Wir müssen uns trauen, tief in unsere innere Welt, in unsere Gedanken, Gefühle und Erinnerungen einzutauchen. Dort finden wir nicht immer nur schöne Dinge. Aber genau deshalb ist es so wichtig, denn wenn wir nicht wissen, was uns blockiert, dann kommen wir nur schwer weiter.

 

Was willst du eigentlich?

Um zu zeigen, was in uns steckt, müssen wir vorher erst herausfinden, was wir eigentlich können, und vor allem wollen. Viele von uns wissen nicht wirklich etwas mit ihrem Leben anzufangen. Wir haben aufgehört zu träumen und leben stattdessen den Traum eines anderen. Eltern, Lehrer, Familie und Freunde haben uns eingetrichtert, was wir zu tun haben. Was für einen Beruf wir lernen sollen, was für Bücher wir lesen müssen, was für Leute wir gut finden dürfen, was für Eigenschaften unser Partner haben muss und vielleicht sogar, was für einen Sport wir machen, oder was für ein Musikinstrument wir spielen sollten. Wir leben vor uns hin, ohne zu wissen, wofür unser Herz in Wahrheit brennt. Weil wir keine Ahnung haben, wer wir wirklich sind.

In jedem von uns schlummern unglaublich viele Talente, da gibt es keine Ausnahme. Wir alle sind einzigartig und haben einzigartige Eigenschaften, die die Welt braucht.

 

Zeigst du dein wahres Gesicht?

Sich selber kennen zu lernen ist eine lebenslange Aufgabe. Es gibt immer noch mehr, dass wir über uns herausfinden können. In jedem von uns steckt so viel, das können wir uns kaum vorstellen. Je mehr wir über uns lernen, desto authentischer können wir sein. Und je mehr wir der Welt und auch uns selbst unser wahres Gesicht zeigen, desto glücklicher werden wir und desto wundervoller wird unser Leben.

Denn dann fangen wir an, die richtigen Menschen in unser Leben zu ziehen, unsere eigenen Träume zu leben und uns selber so zu lieben, wie wir sind. Sobald wir wissen, wer wir sind, was wir lieben, was uns glücklich macht uns was wir wollen, kann uns nichts und niemand mehr aufhalten. Denn das einzige, was uns jemals wirklich im Weg steht, sind wir selbst!

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4 Comments

  • Reply Pepper

    Ich nehme die Frage mal persönlich :>

    Bestimmte Züge von mir kann ich noch nicht 100% verstehen z.B. der Grund warum ich ein Leben in Sicherheit aufgebe und vorhabe in Finnland leben zu wollen.
    Jedes Mal, wenn mich jemand fragt, warum ich mein Umfeld und Arbeit wechsle, kann ich dies ohne Weiteres begründen, aber warum Finnland, fällt mir unendlich schwerer…

    Jedoch seit ca. 2-3 Wochen verstehe ich mich deutlich besser, weil Tabus ( zum Schutz von mir selbst), die ich mir selbst auferlegt habe, gebrochen habe.

    Ich kann dir eine Serie (Anime) wärmstens ans Herz legen: Neon Genesis Evangelion
    Wenn du es schaffst die oberflächlichen Roboterkämpfe zu durchschauen, dann erkennst du wahrhaft interessante Charaktere, welche nach außen hin stabil wirken, aber innerlich Störungen innerhalb ihrer Psyche haben.
    Die Charaktere sind oft in Konflikt mit sich selbst und besonders die letzten beiden Folgen sind hoch komplex, weil hier die Psyche der Charaktere beleuchtet wird. (Freud lässt grüßen).
    Mir hat die Serie sehr viel gebracht und auch einige Dinge erkennen lassen, wozu ich jetzt noch nicht bereit bin, diese öffentlich zu teilen 🙂

    PS: Schöner Text, ich merke richtig wie du dafür brennst 🙂

    20. Dezember 2016 at 13:21
    • Reply Marina

      Hallo Pepper,
      wow danke für deinen tollen, ehrlichen Kommentar!
      Ich finde es sehr mutig von dir, dein Leben komplett umzukrempeln und nach Finnland zu ziehen. Immer wenn wir so einen großen Schritt wagen und aus unserer "Komfort-Zone" und unserem Alltag ausbrechen, lernen wir so viel mehr dazu. Vor allem über uns selbst! So eine große Veränderung zwingt uns ja gewissermaßen dazu, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen. Sicher wird das eine aufregende Zeit!
      Warum du nach Finnland willst ist ja eigentlich gar nicht so wichtig, ich finde es viel wichtiger dass du weißt, dass du dort hin willst 🙂 Und da bist du dir ja anscheinend sehr sicher 🙂
      Finnland und die skandinavischen Länder stehen ja sehr für Individualität und Eigenständigkeit. Vielleicht gefällt dir das ja so gut an Finnland.
      Die Anime Serie hört sich sehr interessant an, jedoch bin ich nicht wirklich ein Fan von Anime, aber vielleicht schaue ich trotzdem mal rein. Vielen Dank auf jeden Fall für den Tipp!
      Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag 🙂
      Liebe Grüße
      Marina

      22. Dezember 2016 at 8:32
  • Reply Pepper

    Danke schön 🙂

    Schön, dass du mir das Article Jumpung nicht krumm nimmst.
    (weiß auch schon, wo es als nächstes hingeht 😀 )

    Das mit Eigenständigkeit und Individualität wusste ich noch nicht, danke für den Hinweis!
    Von meinen engsten Freunden gibt es nur regelmäßig Bilder wie z.B. 7x das gleiche Gesicht, bei unterschiedlichen Stimmungen (Happy Finn, Sad Finn usw.) und beim achten Bild Finn in Winter ist alles schwarz und man sieht nur die Augen 😀

    Bzgl. Anime weiß ich schon, dass ich dafür Leute nicht begeistern kann, die das nicht mögen, dennoch möchte ich eines dir noch bewusst machen:

    Anime sind gezeichnet und somit ein komplett anderes Format wie Realfilme. Realfilme leben von den Schauspielern, den Kulissen und der Technik. Schauspieler sind Künstler und können somit Emotionen etc. sehr gut darstellen, womit es uns leicht fällt uns in die Person hineinzuversetzen.
    Bei Animes gibt es keine Begrenzung, weil die Begrenzungen nur in der Tinte und Schranken im Kopf des Zeichners liegen. Dadurch können Sachverhalte, wie es auch oft passiert übertrieben bzw. ins Lächerliche gezogen werden. Jedoch ist es hier möglich viel Detailarbeit zu betreiben, Dinge mit Musik/Toneffekten zu untermalen, was dazu führt, dass Botschaften übermittelt werden.

    Wärst es nicht du, Marina dann hätte ich nicht weitergeschrieben 😛
    Ich niste mich hier auf deinen Blog mal gemütlich ein :>

    Ich wünsche dir mit deinen Liebsten ein schönes Weihnachtsfest !

    23. Dezember 2016 at 21:24
    • Reply Marina

      Hallo Pepper 🙂

      ja die kalten, dunklen Winter in Finnland sind sicher eine Herausforderung. Aber es wird bestimmt auch spannend zu sehen, wie die Leute damit umgehen. Und außerdem kannst du sicher oft in die Sauna, dort gibt es doch so viele 😛 Und die Nordlichter sind sicher traumhaft!

      Zu den Animes: Ich finde es schon sehr faszinierend, wie die Künstler nur durch Zeichnungen und Musik bestimmte Emotionen ausdrücken können und es gibt ja auch sehr sehr viele Leute, die Animes lieben, das hat ja auch seinen Grund 🙂 Aber ich liebe Filme mit echten Schauspielern und echten Settings und ich schaue bei Filmen auch immer sehr auf die Kameraführung und die Schnitte, was daran liegt, dass ich in die Richtung eine Ausbildung gemacht habe. Deshalb kann ich mit Anime so wenig anfangen, weil ich dazu keine Bindung habe. Aber jeder ist da anders und das ist ja auch schön so! 🙂

      Du kannst es dir sehr gerne auf meinem Blog gemütlich machen und bist hier herzlich willkommen 😀

      Ich hoffe du hattest schöne Weihnachten und genießt die letzten Tage des Jahres.
      Viele liebe Grüße
      Marina

      28. Dezember 2016 at 8:12

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