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Warum wir manchmal alleine sein müssen

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr auf keinen Fall alleine sein wollt? Wenn ihr zuhause lieber den Fernseher anschaltet, auch wenn ihr gar nicht hinseht, nur damit ihr euch nicht so einsam fühlt? Damit eure eigenen Gedanken nicht so laut sind? Also ich kenne dieses Gefühl sehr gut, oder kannte es.

Wieso haben wir Angst vor dem Alleinsein? 

Früher war es mir extrem wichtig, jeden Tag meine Freunde zu treffen. Ich wollte auf keinen Fall etwas alleine unternehmen, das kam mir wie Zeitverschwendung vor und als ob ich den Tag nicht ausgenutzt hätte. Ich konnte mir nicht vorstellen, alleine spazieren zu gehen oder mich hinzusetzten und meine Gedanken aufzuschreiben. Und selbst wenn ich alleine war, hatte ich mein Handy immer bei mir. Solange man Leute hat, mit denen man schreibt, fühlt man sich nicht ganz so alleine.

Aber warum finden viele von uns Alleinsein so furchtbar? Ich glaube, wir haben Angst davor, weil wir uns nicht mit uns selbst beschäftigen wollen. Wir wollen unterhalten werden, Spaß haben, uns ablenken. Das ist ja alles schön und gut, aber wir selber kommen dabei oftmals viel zu kurz. Wenn wir nie alleine sind und uns nie auf unsere echten Gefühle konzentrieren, dann können wir gar nicht wissen, was wir eigentlich wollen. Wir wissen nicht mehr, wer wir eigentlich sind, was wir wirklich mögen, was unsere Träume sind. Wir hören ständig nur die Stimmen der anderen, die unsere eigene übertönen.

Lerne dich kennen 

Seit dem ich angefangen habe zu laufen, meine morning pages, diesen Blog und meinen ersten kompletten Roman zu schreiben, genieße ich es ab und zu vollkommen alleine zu sein. Ohne Fernseher, der im Hintergrund läuft. Okay, mein Handy lenkt mich immer noch oft ab, aber ich arbeite daran, auch das ein wenig zu reduzieren. Man ist so viel produktiver, wenn man sich ab und zu Zeit nur für sich selbst nimmt.

Erst wenn die Stimmen um einen herum verstummen, wenn man keine Freunde um sich hat, die einem etwas einreden wollen, keinen Fernseher, der einem etwas verkaufen will, keinen Radio, der einen ununterbrochen zuschwallt, bemerkt man seine eigenen Gedanken. Wir lernen uns besser kennen. Und was gibt es schöneres, als zu wissen, wer man wirklich ist? Nichts. Denn es ist die Grundlage dafür, glücklich zu sein.

Alleine sein vs. einsam sein 

Nur damit ihr mich nicht falsch versteht, ich gehe immer noch sehr gerne unter Leute. Ich bin gerne mit Menschen zusammen, die ich mag. Aber jetzt habe ich nicht mehr dieses starke Bedürfnis, diesen Zwang, das jeden Tag zu tun. Ich habe kein Problem damit, auch mal einen Tag nur mit mir selbst zu verbringen. Ich genieße es sogar. Mittlerweile könnte ich mir auch vorstellen, alleine zu verreisen. Früher war das die totale Horrorvorstellung für mich. Jetzt wäre es ein neues Abenteuer.

Meiner Meinung nach sollten wir alle öfter alleine sein. Und damit meine ich nicht alleine vor dem Fernseher, der Xbox, oder dem Tablet zu hocken. Ich meine alleine spazieren zu gehen, Sport zu machen, kreativ zu werden, etwas zu machen, dass man liebt, aber schon fast vergessen hat, weil man sich nie Zeit dafür genommen hat.

Alleinsein bedeutet nicht einsam zu sein. Einsam kann man auch sein, wenn man von vielen Menschen umgeben ist. Man kann noch so viele Freunde haben, wenn man mit ihnen nicht über Dinge reden kann, die einem wichtig sind, dann fühlt man sich einsam und unverstanden. Alleinsein zu können, ohne sich dabei einsam zu fühlen ist der Schlüssel zu einem glücklicheren Leben.

Denn andere zu kennen ist weise. Sich selbst zu kennen ist Erleuchtung.

– Lao-tzu

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