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Warum Multitasking unglücklich macht

In unserer immer schneller werdenden Welt ist Multitasking eine Fähigkeit, auf die viele Menschen stolz sind und für notwendig erachten, um ihren Alltag zu meistern. Dinge gleichzeitig zu tun spart eben viel Zeit, von welcher man ja sowieso immer viel zu wenig hat. Sich auf eine Sache zu konzentrieren ist regelrecht langweilig geworden! Essen und dabei fernsehen, Auto fahren und dabei auf dem Handy tippen, lernen und dabei Serien schauen, kochen und dabei telefonieren, alles gar kein Problem für die meisten Menschen.

Multitasking funktioniert nicht

Viele wissen jedoch nicht, dass Multitasking in Wirklichkeit jedoch gar nicht funktioniert! Die Wahrheit ist nämlich, dass wir lediglich zwischen den verschiedenen Aufgaben hin und her schalten. Dies geschieht so schnell, dass es sich für uns so anfühlt, als würden wir etwas gleichzeitig machen. Unser Gehirn kann sich jedoch in Wirklichkeit nur auf eine Sache fokussieren. Multitasking ist also bloß eine reine Illusion!

Tatsächlich verbrauchen wir beim Multitasking sogar mehr Energie, bekommen aber schlechtere Ergebnisse. Das Hin und Her ist für unser Gehirn anstrengend und die ständige Umstellung kostet Kraft. Außerdem sind wir nie richtig im „flow“, machen mehr Fehler weil wir unkonzentriert sind und brauchen sogar länger, als wenn wir alles nacheinander machen würden. 

Die Sucht nach Multitasking

Aber all das weißt du vielleicht bereits, oder es ist ist dir zumindest schon einmal aufgefallen. Trotzdem können wir oft nicht anders und ich bin da selber keine Ausnahme. Multitasking ist oft wie eine Sucht. Wir werden einfach darauf trainiert, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu erledigen. Und da wäre es ja nur logisch, einfach mehrere Sachen auf einmal zu machen. Auch wenn wir wissen, dass das so nicht wirklich stimmt, sondern sogar Nachteile mit sich zieht, versuchen wir es trotzdem. 

Nur eine Sache machen? Was für eine Zeitverschwendung! Und mit dem Kopf sind wir sowieso schon wieder bei der nächsten Aufgabe. Ich spreche hier aber nicht nur von Arbeit, auch die schönen Dinge werden oft hektisch durchgezogen und getimed. Ich zum Beispiel erwische mich öfters mal, wie ich im Tanzunterricht auf die Uhr schaue. Nicht, weil es mir keinen Spaß macht, sondern weil ich daran denke, was ich danach noch alles zu erledigen habe. Und dabei können das ganz banale Dinge sein! Das macht keinen Unterschied. Unsere Gehirne sind einfach so darauf programmiert, alles schnell hinter sich zu bringen, um den nächsten Schritt zu tun, so dass wir kaum mehr etwas genießen

Multitasking vermindert die Lebensqualität

Manchmal fühlt es sich sogar total komisch an, nur eine Sache zu tun. Einfach nur sitzen und essen? Ohne Fernseher? Ohne Handy? Ohne Zeitung? Wer macht das schon? Naja, mittlerweile nicht mehr viele. Ich meistens auch nicht. Dabei ist das so viel gesünder. Wenn wir nicht abgelenkt sind, dann haben wir ein viel besseres Gefühl dafür, wann wir wirklich satt sind. Außerdem funktioniert auch die Verdauung besser und überhaupt schmecken wir einfach viel mehr von dem, was wir da essen! 

Durch zu viel Multitasking verpassen wir mehr oder weniger unser Leben. Wir gehen durch die Straßen, den Kopf gesenkt und starren auf unser Handy. Wir sehen nicht, was für eine schöne Farbe der Himmel über uns hat. Wir schmecken unser Essen nicht, hören nicht mehr richtig zu, leben zu schnell und dafür zu wenig. Spüren kaum mehr was, weil wir zu sehr damit beschäftigt sind, zwischen Aktivitäten hin und her zu springen. Unsere Gedanken kommen nie zur Ruhe, so viele Themen in unserem Kopf. 

Multitasking macht Stress

Außerdem produziert Multitasking unglaublich viel Stress, welcher die Ursache für viele Krankheiten sein kann. Oft bemerken wir das gar nicht, denn wir sind so daran gewöhnt, ständig unter Strom zu stehen. Niemand ist gut im Multitasking! Und niemand sollte versuchen, gut darin sein. Eigentlich ist es für uns mittlerweile sogar eher eine Herausforderung, eine Sache nach der anderen zu tun, als alles auf einmal. Kannst du einem Freund zuhören, ohne dabei ständig auf dein Handy zu sehen? Kannst du arbeiten oder lernen, ohne dabei Musik zu hören?

Ich habe ganz deutlich an mir selbst gemerkt, dass Multitasking mir nicht nur Stress verursacht und ich dadurch schlechtere Ergebnisse liefere, sondern mich dazu auch noch unglücklich macht. Denn was macht uns denn eigentlich glücklich? Etwas zu genießen und den Moment zu leben. Und dazu ist es notwendig, sich auf eine Sache zu konzentrieren und dabei vollkommen in diese einzutauchen. Alle Sinne nur darauf zu fokussieren. Nur dann leben wir den Moment. Und nur das macht glücklich.

Lebe langsamer


Für mich ist es eine tägliche Herausforderung mehr und mehr vom Multitasking abzulassen und mir für alles, was ich tue, Zeit zu nehmen. Natürlich kann Multitasking in manchen Situationen vielleicht doch ganz hilfreich sein, aber das sollte dann eher die Ausnahme als die Regel sein.


Das Leben rast oft so schnell an uns vorbei und wir bekommen so wenig von ihm mit. Wieso lassen wir das zu? Wieso schütten wir uns mit Erfahrungen zu, von denen wir nur die Hälfte wirklich mitbekommen? Wir sollten uns lieber nur die Hälfte der Erfahrungen vornehmen und diese dafür bewusst erleben. Denn irgendwann werden wir uns nur noch an genau diese bewussten Erlebnisse erinnern und uns wünschen, mehr davon gelebt zu haben. 

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4 Comments

  • Reply Anna Lea

    Wenn ich Multitasking höre, muss ich immer an “Zeitersparnis“ denken, da Multitasking bei mir oftmals vorkommt, wenn ich versuche alles unter einen Hut, in einer möglichst kurzen Zeit zu bekommen. Du hast definitiv Recht, dass Multitasking auf Dauer unglücklich macht.
    Alles Liebe, Anna Lea
    http://growingcircles.blogspot.de/

    11. März 2017 at 8:53
    • Reply Marina

      Liebe Anna Lea,
      Zeitersparnis ist auch ein ganz wichtiger Begriff, wenn es um Multitasking geht, da hast du auf jeden Fall recht.
      Mir geht es genauso wie dir und manchmal ist es auch gar nicht so leicht, sich das schnell wieder abzugewöhnen. Aber vielleicht ist langsam ja auch besser 🙂
      Liebe Grüße
      Marina

      11. März 2017 at 16:57
  • Reply Weil Träumen die wachste Art des Daseins ist

    Oh man… Ja Multitasking macht wirklich Stress… Unglaublich viel sogar.
    Toller Artikel!
    Lg Scarlet (https://scarlettheredsite.wordpress.com)

    11. März 2017 at 8:54
    • Reply Marina

      Hallo Scarlet,
      wenn wir es übertreiben, dann macht es definitiv viel Stress.
      danke für deinen Kommentar 🙂
      Liebe Grüße
      Marina

      11. März 2017 at 16:55

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