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Warum es besser ist, weniger Freunde zu haben

Vor nicht allzu langer Zeit war ich der Meinung: Je mehr Freunde, desto besser. Mehr Freunde bedeutet mehr Action, mehr Unterhaltung, mehr Unterstützung, mehr Spaß und weniger Alleinsein. Und deshalb fand ich es immer toll, unter vielen Leuten zu sein, neue Menschen kennzulernen und zu sehen, wie meine Facebook Freundesliste immer weiter und weiter wächst. Ich bewunderte die Menschen, die einfach jeden kannten. Die überall bekannt und beliebt waren. So wollte ich auch sein!

Angst vor dem Alleinsein

Heute nicht mehr. Denn heute weiß ich: Man kann nicht überall beliebt sein, ohne sich dabei nicht zu verstellen. Und das ist es nicht wert. Außerdem bedeutet überall bekannt zu sein nicht gleich, dass diese Freundschaften auch alle echt sind. 

Mittlerweile habe ich auch nichts mehr dagegen, ab und zu alleine zu sein. Ich finde es sogar sehr wichtig. Meiner Meinung nach brauchen viele Menschen etwas mehr Zeit für sich. Aber die Meisten versuchen genau dies zu vermeiden. Sie haben Angst davor, genauso wie ich damals. Dabei sollten wir mehr an unserer Beziehung zu uns selbst arbeiten, als an irgendeiner anderen.


Minimalismus bei Freundschaften

Ich bin heute immer noch gerne unter Menschen. Nur nicht mehr ganz so oft wie früher. Und ich wähle mir meine Gesellschaft jetzt gründlicher und bedachter aus. Früher war es mir teilweise egal, mit was für Menschen ich unterwegs war. Hauptsache etwas unternehmen und nicht alleine sein. Mittlerweile bin ich viel lieber alleine, als mit den falschen Menschen zusammen.

Weniger ist mehr, das gilt auch bei Freundschaften. Weniger Freunde, dafür die Richtigen. Minimalismus bedeutet nicht nur den Kleiderschrank auszumisten, sondern auch den Freundeskreis. Der Effekt ist derselbe: Man fühlt sich freier! Aber natürlich ist es leichter, alte Klamotten in Plastiktüten zu verbannen, als sich von Menschen zu entfernen, die man schon lange kennt.

Echter Freund oder Unterhalter?

Mittlerweile merke ich immer mehr, wie manche Freunde einfach nur zur Unterhaltung da sind. Man kann mit ihnen lachen und Spaß haben, aber wenn es um tiefgründigere Dinge geht, ist man bei ihnen an der falschen Adresse. Man hat auch gar kein Bedürfnis dazu, ihnen irgendetwas anzuvertrauen, denn diese bestimmte Verbindung fehlt einfach. 

Und dann gibt es Freunde, denen man einfach alles erzählen kann. Man fühlt sich so wohl bei ihnen, dass man kein Problem damit hat, ihnen die intimsten Geheimnisse zu erzählen, oder persönliche Ängste und Sorgen anzuvertrauen. Es fällt einem plötzlich so leicht, man selbst zu sein. Sie verstehen einen auf einem ganz anderen Level. Mit diesen Personen kann man lachen, weinen und stundenlang reden. Von diesen besonderen Menschen haben wir meist nicht viele in unserem Leben. Und das müssen wir auch nicht, denn schon eine einzige solche Person ist Gold wert.

Freundschaften wie bei „Sex and the City“

Schaut man sich einmal erfolgreiche Serien wie „Friends“, „How I met your mother“, oder „Sex and the City“ an, dann fällt schnell auf, dass es hier immer um Freundeskreise geht, die nicht aus mehr wie sechs Personen bestehen. Dafür sind diese Freundschaften so, wie wir sie alle gerne hätten. Die Personen haben meist kaum andere Freunde außerhalb des kleinen Freundeskreises und das brauchen sie auch nicht. Wozu denn auch? Diese Menschen geben ihnen alles, was sie brauchen. 

Und das sollte auch im echten Leben so sein. Weniger Freunde, weniger Drama, weniger Probleme, weniger Tratsch, weniger Stress und dafür mehr Zeit für die Personen, die einem wirklich wichtig sind. Wieso Zeit mit Menschen verschwenden,  die einfach nicht auf der selben Wellenlänge, oder falsch sind? Bei denen man sich nicht wohl fühlt und man deshalb vor ihnen eine Maske aufsetzt? Die man vielleicht im Grunde eigentlich gar nicht leiden kann?


Sei wählerisch!

Je mehr wir uns mit uns selbst beschäftigen, desto wählerischer werden wir, was unser Umfeld betrifft. Und das ist gut so, denn wir sollten uns nur auf die Menschen konzentrieren, zu denen wir eine besondere Verbindung haben. Dadurch können wir diese noch verstärken, was uns so viel mehr gibt, als viele oberflächliche Freundschaften.

Durch das Eingrenzen des Freundeskreises befreien wir uns von Belastungen und Verpflichtungen und müssen kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn wir uns zu lange bei jemandem nicht gemeldet haben. Mit weniger Freunden hat man dieses Problem nicht mehr. Und echte Freunde würden einem das sowieso niemals vorwerfen.

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4 Comments

  • Reply Weil Träumen die wachste Art des Daseins ist

    Genau die Erkenntnis musste ich auch gewinnen. Es hat zwar etwas gedauert, aber irgendwann kommt man zu dem Punkt, an dem man merkt, dass man nur eine Hand voll wahre Freunde hat und dass man sich glücklich schätzen kann diese zu haben.
    Lg Scarlet (https://scarlettheredsite.wordpress.com)

    19. Februar 2017 at 19:33
    • Reply Marina

      Liebe Scarlet,
      das ist schön. Qualität vor Quantität 😀
      Liebe Grüße
      Marina

      21. Februar 2017 at 17:34
  • Reply Monika

    Hallo Marina,

    ein sehr schöner Artikel. Ich fand Menschen mit großen Freundeskreisen früher sehr suspekt … mittlerweile bin ich selbst Teil eines großen Freundeskreises, der selbst aber eher sehr erlesen ist … das ist eine neue Erfahrung. Aber meine allerliebsten Freundinnen kann ich an einer Hand abzählen und das wird sicher auch so bleiben 😉

    28. Februar 2017 at 8:56
    • Reply Marina

      Vielen Dank liebe Monika 🙂
      Große Freundeskreise sind ja auch etwas tolles, aber die wichtigsten Personen
      sind dann eben doch nur ein paar Leute davon. Und das ist auch gut so 🙂
      Liebe Grüße
      Marina

      1. März 2017 at 17:51

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