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Warum du manchmal unglücklich sein musst, um glücklich zu sein

Stell dir mal vor, du sitzt in einem Kinderkarussell. Langsam drehst du deine Runden in einem Wagon, der wie ein Schwan aussieht, während fröhliche, monotone Musik gespielt wird. Es gibt keine Geschwindigkeitsänderungen und keine Richtungswechsel. Es geht weder hoch, noch runter. Du fühlst dich sicher, aber Spaß geht anders, oder?

 
Und dann stell dir vor, du sitzt in einer wilden, großen Achterbahn. Du schreist, als du mit dem Wagon senkrecht in die Tiefe stürzt, kreischt, als du plötzlich kopfüber hängst und lachst, als es schwungvoll um die Kurve geht. Du hast ein bisschen Angst, aber genau das macht den Nervenkitzel aus. Und sobald die Fahrt vorbei ist, willst du gleich nochmal.

Kinderkarussell vs Achterbahn

Welche der beiden Fahrgeschäfte macht dir nun mehr Spaß? Das langsame, monotone und sichere? Oder das schnelle, abwechslungsreiche und gefährliche? Ich glaube, ich kenne deine Antwort ganz genau. Und meine ist dieselbe. Wie alle wollen Action! Und das ist gut so, denn das Leben ist nicht wie auf einem Kinderkarussell. Es ist eine Achterbahn.
Und manchmal passiert es, dass du kopfüber über einen Abgrund hängst und keine Ahnung hast, wie das eigentlich passieren konnte. Und manchmal schüttelt dich das Leben so heftig, dass du für einen Augenblick vergisst, wer du eigentlich bist. Und manchmal geht es so steil nach unten, dass du Angst hast, auf dem Boden aufzuschlagen.
Aber kurz bevor es so weit ist, geht es plötzlich wieder nach oben. Und für einen kurzen Augenblick wird dein Herz ganz leicht. Von oben hat man so eine schöne Aussicht. Du genießt es. Und als es dann wieder abwärts geht, ist es nicht mehr ganz so schlimm, denn du warst schon mal dort unten. Du kennst das Gefühl des Sturzes. Und du weißt, dass es nicht so schlimm ist, wie du vorher dachtest. Du weißt, dass du keine Angst zu haben brauchst.

Was wäre wenn…

Wie wäre es aber, wenn das Leben wie ein Kinderkarussell wäre? Wenn wir 24 Stunden am Tag dasselbe Gefühl hätten. Es keine Kontraste dazu geben würde. Keine Hochs und keine Tiefs. Keine Erfolge und keine Tiefschläge. Wir wären sicher und wüsten immer, was wir zu erwarten haben. Wir würden alle Antworten bereits kennen, alle Tage voraussagen können. Nichts könnte uns unvorhergesehen treffen. Wir bräuchten keine Angst zu haben. Aber ist das leben? Oder hört sich das nicht eher nach Stillstand an? Und kann man Stillstand nicht mit Tod gleichsetzten?
 
Glaubst du immer noch, dass Sicherheit wichtiger ist, als Abenteuer? Dass du lieber vorher wissen willst, was passiert, anstatt überrascht zu werden? Würdest du wirklich lieber 24 Stunden am Tag glücklich sein, als auf der Achterbahn der Gefühle zu fahren?

Wir brauchen Kontraste

Wären wir immer nur von Freude erfüllt, dann würden wir bald nicht mehr wissen, was Freude eigentlich bedeutet. Denn wir hätten keinen Vergleich. Woher wollen wir wissen, wie sich Glück anfühlt, wenn wir noch nie traurig waren? Warum sollten wir uns über Erfolge freuen, wenn wir noch nie versagt haben? Warum sollten wir bestimmte Menschen in unserem Leben schätzen, wenn wir noch nie Menschen begegnet sind, die absolut nicht zu uns passen? Und warum sollten wir uns überhaupt irgendetwas wünschen, wenn wir eh schon alles haben, was wir jemals haben könnten? Wo bleibt dann der Spaß? Wo ist dann der Sinn darin, überhaupt zu leben?
 
Der Sinn des Leben ist es, Erfahrungen zu machen und daran zu wachsen. Und deshalb ist die Achterbahn für uns perfekt. Wir brauchen den Kontrast. Nichts existiert, ohne sein Gegenteil. Wir brauchen unsere Tiefschläge genauso sehr, wie unsere Erfolge. Denn manchmal wachsen wir genau daran am Meisten. Die Polarität ist das, was das Leben lebenswert macht.
Glücklich zu sein bedeutet für mich nicht, 24 Stunden am Tag mit einem fetten Dauergrinsen durch die Gegend zu laufen und dabei auf rosa Wolken zu schweben. So stelle ich mir kein aufregendes Leben vor. Ich will alles spüren! Und deshalb bedeutet glücklich sein für mich einfach, alle Erfahrungen zu schätzen. Auch wenn es mir nicht gut geht, versuche ich mir bewusst zu machen, dass alles seinen Sinn hat. Und dass es vorüber geht. Und dafür ist das nächste Hoch dann umso schöner!

 
„What good is the warmth of summer, without the cold of winter to give it sweetness?“ – John Steinbeck
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6 Comments

  • Reply Katta

    Da hast du vollkommen Recht! Sehe ich genauso 🙂

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA || INSTAGRAM || FACEBOOK

    19. Januar 2017 at 11:32
    • Reply Marina

      Das ist schön 🙂
      Liebe Grüße

      20. Januar 2017 at 18:11
  • Reply Cyra

    Echt toller Blogbeitrag !!

    Liebe Grüße:)

    http://bedeutungsvolle-momente.blogspot.de/

    20. Januar 2017 at 21:07
    • Reply Marina

      Vielen Dank liebe Cyra 🙂
      Liebe Grüße zurück!

      23. Januar 2017 at 14:51
  • Reply Lea Diamandis

    Ein toller, schön geschriebener Beitrag. Sehe ich genauso! 🙂
    Liebst, Lea.

    22. Januar 2017 at 22:56
    • Reply Marina

      Dankeschön liebe Lea <3

      23. Januar 2017 at 14:53

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