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Drama, Baby! Drama! – Warum wir Katastrophen lieben

Drama ist in! Dramatische Smokey Eyes auf dem Laufsteg, dramatische Filme im Kino, dramatische Liebeslieder im Radio, dramatische Nachrichten im Fernseher. Drama, Drama, Drama!
Und geben wir es doch zu: Wir alle lieben das Drama! Manche mehr, manche weniger, aber wir alle brauchen es ab und zu, um unser Leben aufregender zu machen. So ist es doch, oder?

Wieso fühlen sich sonst so viele von uns zu Horrorfilmen, schlechten Nachrichten und Klatsch und Tratsch hingezogen?

Natürlich gibt es auch Menschen, die besonders süchtig nach Drama sind. Sie machen einen riesen Aufstand, wenn ihnen etwas nicht passt, verbreiten Gerüchte, heulen wegen Kleinigkeiten, werfen gerne mit Sachen um sich, reden Situationen schlimmer, als sie sind und stürzen sich oft sogar unterbewusst mit Absicht in die falsche Beziehung, weil sie im Grunde wissen, dass alles in einer Katastrophe enden wird. Bestimmt kennst du so eine Person. Oder bist du vielleicht selber so?
Solche Menschen suchen Aufmerksamkeit und Aufsehen mit so einem Verhalten. Sie dramatisieren eine Situation, um Mitleid und Trost von anderen zu bekommen. Sie stehen gerne im Mittelpunkt und tun alles dafür, damit ihre Mitmenschen sie bemerken. Sie brauchen die Aufregung, weil ihnen sonst langweilig ist. Im Grunde sind wir alle ab und zu in gewissen Situationen selber so eine „Drama Queen“. Und das gilt auch für Männer.

Wieso brauchen wir dieses Drama manchmal so sehr?

„Drama, Baby! Drama!“, heißt es und es bedeutet, dass wir aus uns heraus kommen sollen. Es bedeutet, wir sollen Ausdruck und Emotionen zeigen. Und das ist gut! Denn wir müssen uns ausdrücken und uns mitteilen, um wir selber sein zu können. Wir müssen zeigen, was wir fühlen und wer wir sind und wir sollten uns nicht verstecken.
Aber oft übertreiben wir es. In einer Welt, in der jeder gesehen werden will, ist es manchmal schwer heraus zustechen. Und deshalb benutzen wir das Drama, um auf uns aufmerksam zu machen. Aber eigentlich haben wir so etwas nicht nötig. Es gibt genug andere Wege, um gesehen zu werden. Jeder von uns ist einzigartig und hat etwas zu bieten. Wir müssen nur herausfinden, wer wir wirklich sind und was wir eigentlich wollen.
Wenn ich mich dabei ertappe, dass ich gerade eine Situation dramatisiere, halte ich kurz inne und stelle mir folgende Fragen:
– Was will ich mit diesem Drama bezwecken?
– Warum brauche ich jetzt gerade Mitleid/Trost/Aufmerksamkeit/Aufregung?
– Was ist es, das ich eigentlich will?
– Wie kann ich mir diesen Wunsch selber erfüllen?
Ein (fiktives) Beispiel wäre: Mein Freund hat mich verlassen und ich heule mich bei allen meinen Freunden aus. Ich erzähle jedem, wie schlecht es mir geht und wie sehr ich leide.
Was bezwecke ich damit? Mitleid und Aufmerksamkeit
Warum brauche ich das jetzt gerade? Weil ich mich wertlos und ungeliebt fühle. Mein Freund hat sich gegen mich entschieden, niemand liebt mich. Ich brauche jetzt die Liebe und Aufmerksamkeit meiner Freunde.
Wenn ich mich dann aber frage, was es ist, dass ich eigentlich will, dann merke ich vielleicht, dass ich meinen Ex gar nicht zurück will. Wir haben sowieso nicht zusammen gepasst und im Grunde fühle ich mich erleichtert. Trotzdem fühlt es sich gut an, so viel Zuneigung zu bekommen. Das ist es also, was ich eigentlich will!
Und wie kann ich mir diesen Wunsch selber erfüllen? Indem ich anfange, mir selber meine bester Freund zu sein. Wenn ich beginne, mich selber zu lieben und zu respektieren, dann bin ich nicht mehr von der Aufmerksamkeit der anderen abhängig. Dann brauche ich keine Bestätigung mehr, weil ich schon weiß, wie viel ich wert bin.
Diese Situation wäre jetzt eher typisch für eine Frau, da Männer nach einer Trennung meistens nicht sehr gerne mit ihren Freunden darüber reden wollen. Generell neigen Frauen mehr dazu, ein Drama zu provozieren, aber auch Männer dramatisieren manchmal gerne, nur eben auf eine andere Art. Zum Beispiel, wenn die Lieblingsmannschaft verloren hat.
Hinter einem Drama steckt immer mehr. Ein unerfülltes Bedürfnis. Wir können dieses Bedürfnis in jedem Fall selber befriedigen und müssen nicht jedes Mal die Menschen in unserem Umkreis mit hineinziehen und mitleiden lassen.
Natürlich ist es okay, ab und zu eine kleine „Dramakrise“ zu haben. Wie gesagt, manchmal brauchen wir das einfach. Aber uns sollte jedes Mal bewusst sein, warum wir das tun. Wir sollten uns gut genug kennen, um den wahren Grund zu sehen.
Wir können so viel von uns selber lernen, wenn wir uns nur zuhören. Und ist das nicht total interessant, herauszufinden, warum man wie auf bestimmte Situationen reagiert? Ist es nicht spannend, sich so gut zu kennen? Und ist das Alles nicht auch viel aufregender, als jedes Drama, das wir provozieren können?
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