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Die Emotionsskala – Das Geheimnis sich besser zu f├╝hlen

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Kennst du diese Situation, wenn es dir gerade richtig schlecht geht und jemand zu dir sagt: „Das wird schon alles wieder. Vergiss es einfach, du musst jetzt positiv sein.“ und du diese Person am liebsten anschreien w├╝rdest? Nat├╝rlich wei├čt du, dass sie recht hat. Irgendwann wird alles┬áwieder gut und positiv Denken bringt einen auf jeden Fall in die richtige Richtung. Aber in diesem Moment willst du das einfach nicht h├Âren. Du willst nichts von einer heilen Welt wissen, du hast keine Lust, das Positive in dieser Situation zu sehen und du willst auch nicht so tun, als w├Ąre jetzt schon alles gut. Du willst jetzt einfach traurig, w├╝tend oder entt├Ąuscht sein. Und wei├čt du was? Du hast auch ein gutes Recht darauf!

Die Emotionsskala

Wir alle haben eine gro├če┬áPalette┬áan unterschiedlichsten Emotionen. Diese reichen von „niedrigen“ Emotionen wie Scham, Angst und Schuld bis zu „hohen“ Emotionen wie Freude, Dankbarkeit und Liebe. Diese Emotionen k├Ânnen auf einer Skala dargestellt werden. Hier gibt es beispielsweise die Emotionsskala nach Esther und Jerry Hicks oder die Bewusstseinsskala nach David R. Hawkins┬áaus dem Buch Power vs. Force┬á(deutsche Version: Die Ebenen des Bewusstseins). Beide Skalen ordnen Emotionen danach, wie gut sie sich f├╝r uns anf├╝hlen.

Hier ist eine Kombination aus beiden Skalen: (von unten nach oben)

Scham, Machtlosigkeit, Depression 

Schuld, Unsicherheit, Wertlosigkeit

Apathie, Teilnahmslosigkeit, Trauer 

Angst, Verlangen, Neid 

Wut, Hass, Rache, Zorn

Stolz, Entmutigung, Tadel, Sorgen, Zweifel

Mut, Entt├Ąuschung, ├ťberforderung, Frustration, Ungeduld, Pessimismus

Neutralit├Ąt, Langeweile, Zufriedenheit┬á

Bereitschaft, Hoffnung

Akzeptanz, Optimismus

Grund, positive Erwartungen, Glaube

Begeisterung 

Freude, Leidenschaft

Erkenntnis, Friede, Freiheit, Liebe, Wertsch├Ątzung

 

Die Abw├Ąrtsskala

Machtlosigkeit, Gleichg├╝ltigkeit und Neid

Der untere Bereich der Emotionsskala ist sehr eng mit dem Glaubenssatz „Ich bin nicht genug.“ verflochten. Vor allem Scham, Schuldbewusstsein, Unsicherheit, Angst, Trauer und das Gef├╝hl von Wertlosigkeit weisen auf ein sehr geringes Selbstwertgef├╝hl und auf Selbsthass hin.

Hilflos und machtlos zu sein ist wohl das schlimmste Gefühl von allen. Wir fühlen uns als Opfer und sind nicht in der Lage, etwas dagegen zu unternehmen. Wenn wir apathisch und teilnahmslos sind, dann ist uns alles egal. Wir sehen keinen Sinn mehr im Leben. Auch Verlangen und Neid weisen darauf hin, dass wir uns unwürdig fühlen. Wir brauchen unbedingt etwas, weil wir Angst davor haben, ohne nicht genug zu sein. 

Beispiel: Wenn Menschen von ihrem Partner betrogen werden, dann fallen sie oft zun├Ąchst auf dieses Level der Emotionsskala. Sie f├╝hlen sich wertlos, haben das Gef├╝hl nicht genug zu sein, denn sonst h├Ątte sie ihr Partner (ihrer Meinung nach) ja nicht betrogen. Oft f├╝hlen sie sich auch schuldig, fragen sich, was sie falsch gemacht haben.┬áViele Menschen sehen in dieser Situation zun├Ąchst keinen Sinn mehr im Leben, sie werden gleichg├╝ltig und teilnahmslos.

Wut, Zorn und Stolz

Wut, Zorn und Hass dagegen f├╝hlen sich schon sehr viel besser an. Denn durch diese Gef├╝hle holen wir uns unsere Macht, unsere Power und unseren Selbstwert zur├╝ck. Wir sehen uns selber als wertvoll genug, um f├╝r uns einzustehen. Uns ist nicht mehr alles komplett egal, wir erlangen unseren Kampfgeist zur├╝ck. Nat├╝rlich richtet Wut auch immer Schaden an. Trotzdem ist es eine wertvolle und nat├╝rliche Emotion, die man nicht unterdr├╝cken sollte. Mehr dazu habe ich in diesem Artikel geschrieben.

Was deine Wut ├╝ber dich verr├Ąt

Hat man die Phase der Wut ├╝berwunden, gelangt man in die Phase des Stolzes. Man hat genug davon, sich als Opfer zu sehen und entscheidet sich daf├╝r, sich selbst zu sch├╝tzen, indem man seine Werte zur Priorit├Ąt macht und andere als falsch betrachtet. „Ich habe Recht und der Rest der Welt liegt falsch und ist schlecht.“ Wenn wir uns in diesem Bereich der Skala bewegen, dann passiert es uns oft, dass wir andere Menschen entmutigen, runtermachen, anzweifeln und kritisieren. Wir tun das, um unser eigenes Ego zu pushen. Wir wollen besser sein, als die anderen. Wir brauchen jemanden, dem wir die Schuld geben k├Ânnen. Wir wollen nicht mehr das Opfer sein.

Beispiel: Hat man nach dem Fremdgehen des Partners die Phase der Trauer ├╝berwunden, folgt die Phase der Wut. Die betrogene Person beginnt ihren ehemaligen Partner zu hassen, w├╝nscht ihm nur das Schlechteste. Vielleicht konfrontiert sie ihn auch und l├Ąsst ihren ganzen Zorn hinaus. Hat die Person genug gew├╝tet, f├Ąngt sie damit an, Fehler an ihrer verflossenen Liebe zu suchen. Sie kritisiert und beschuldigt, sieht aber nicht ein, auch selber etwas falsch gemacht zu haben.

Mut und Ungeduld

Sobald man gewillt ist, von seinem Egotrip herunter zu kommen und offener zu werden, erreichen wir die Br├╝cke zwischen den unteren Emotionen zu den h├Âheren. Wir sch├Âpfen neuen Mut, erkennen, dass wir keine Opfer der ├Ąu├čeren Umst├Ąnde sind, sondern dass wir sehr viel selber kreieren k├Ânnen. Wir sind noch pessimistisch, ├╝berfordert, entt├Ąuscht und ungeduldig. Aber diese Ungeduld und auch die Entt├Ąuschung bringt uns dazu, mehr zu wollen und voran zu kommen. Wir wollen etwas in unserem Leben verbessern und sind gewillt, daf├╝r auch endlich etwas zu tun!

Beispiel: Nachdem die betrogene Person genug davon hat, den anderen zu beschuldigen, erkennt sie, dass auch sie nicht perfekt ist und Fehler gemacht hat. Sie sieht ein, dass die Beziehung vielleicht schon lange nicht mehr funktioniert hat und dass es wohl so am besten war. Sie erkennt ihre eigenen Fehler und ist bereit, an sich zu arbeiten und einen neuen Partner zu finden, der besser zu ihr passt.

Neutralit├Ąt

Sobald wir gelernt haben, uns selber zu vertrauen, haben wir Neutralit├Ąt erreicht. Wir f├╝hlen uns nicht mehr so sehr von ├Ąu├čeren Umst├Ąnden abh├Ąngig, brauchen nicht unbedingt einen tollen Job oder einen perfekten Partner, um etwas Wert zu sein. Wir sind endlich in der Lage alte Geschichten┬áloszulassen und neue zu erfinden. Wir erkennen, dass eigentlich jede Situation neutral ist und nur wir selbst ihr eine Bedeutung geben.

Beispiel: Die betrogene Person erkennt, dass ihr Wert nicht durch ihren Ex-Partner bestimmt wird. Sie ist bereit daf├╝r, ihn gehen zu lassen und nach vorne zu schauen.

Die Aufw├Ąrtsskala

Bereitschaft und Akzeptanz

Mit der Entscheidung zur Bereitschaft geht es steil bergauf. Wir wollen nun endlich unser Leben selber in die Hand nehmen. Wir sagen Ja zum Leben. Wir haben Hoffnung und fangen an, einen starken Willen zu entwickeln. Wir beginnen zu akzeptieren, dass die Kraft aus unserem Inneren kommt und das wir die Macht haben, unser Leben zu ver├Ąndern und so zu gestalten, wie wir m├Âchten.

Dieses mal werden┬áunsere Entscheidungen aber nicht durch Stolz bedingt. Wir k├Ânnen uns eingestehen, wenn wir einen Fehler gemacht haben. Und wir akzeptieren die Meinung von anderen, auch wenn sie nicht unserer eigenen entspricht. Wir ├╝bernehmen Verantwortung f├╝r unser Leben und wir sind in der Lage, zu vergeben und loszulassen.┬á

Beispiel: Die betrogene Person hat den Schmerz ├╝berwunden und ist nun bereit, sich ein neues Leben ohne ihre verflossene Liebe aufzubauen. Sie vergibt der anderen Person und auch sich selbst. Sie sieht sich nicht mehr als Opfer, sondern wei├č, dass sie die Macht ├╝ber ihr eigenes Leben hat.

Glaube und Begeisterung

Wir fangen an, unserem Leben einen Sinn zu geben. Wir k├Ânnen uns f├╝r Dinge begeistern, finden unsere Tr├Ąume wieder, haben den Mut und den Willen dazu, sie uns auch zu erf├╝llen. Wir glauben daran, dass das Leben gut zu uns ist und dass alles seinen Sinn hat. Wir fangen an, das Gute in den Menschen zu sehen. Wir sind positiv eingestellt und sehen das Glas meistens halb voll, anstatt halb leer.

Beispiel: Nachdem die betrogene Person die Situation akzeptiert und damit abgeschlossen hat, beginnt sie sich wieder mehr auf sich und ihre Tr├Ąume zu konzentrieren. Sie findet heraus, wer sie ohne die andere Person ist und gibt ihrem Leben einen neuen Sinn. Sie f├Ąngt wieder an, anderen zu vertrauen und ┬áviel mehr das Gute in ihnen zu sehen, als das Schlechte.

Freude, Leidenschaft und Liebe

Wenn wir das Leben sch├Ątzen, Freude in den kleinen Dingen erkennen k├Ânnen und jeden tag Gr├╝nde finden, um dankbar zu sein, dann sind wir ganz oben auf der Emotionsskala angekommen. Hier beginnt wahre Freiheit. Wir sind in unseren Gef├╝hlen nicht mehr von anderen abh├Ąngig. Wir haben erkannt, dass wir unser eigenes Gl├╝ck kreieren und das es ├╝berall zu finden ist, wenn man nur danach sucht.

Wir suchen uns Projekte, in denen wir unsere Leidenschaft ausleben k├Ânnen. Leidenschaft ist eine unglaublich starke Emotion. Wir haben uns in das Leben verliebt und haben gelernt, auch┬áuns selber lieben!

Beispiel: Unsere betrogene Person hat nun komplett zu sich selber gefunden. Sie wei├č, dass sie nicht von irgendjemand anderem abh├Ąngig ist und ihr Wert sich nicht durch andere Menschen definiert. Sie wei├č genau, was sie m├Âchte und ist gl├╝cklich, dort wo sie gerade ist.

Das Geheimnis sich besser zu f├╝hlen

Sich besser zu f├╝hlen ist ein Prozess, den man nicht versuchen sollte zu beschleunigen. Jede Emotion hat ihren Wert und jede Emotion ist berechtigt. Wenn wir┬áversuchen sie zu verdr├Ąngen und so tun, als w├Ąre alles gut, dann verpassen wir die Lektion, die sie uns lehren will. Und so kommt es, dass wir immer wieder von vorne anfangen und dieselben Muster st├Ąndig wiederholen.

Stattdessen sollten wir auch mit den unteren Emotionen pr├Ąsent sein und bereit dazu, sie zu f├╝hlen. Wir sollten uns fragen, was uns diese Emotionen ├╝ber uns verraten. Denn unsere Emotionen sind unser internes Navigationssystem und zeigen uns immer, wer wir wirklich sind.┬á

Ganz egal wo wir auf der Emotionsskala starten, wir sollten immer nur in kleinen Schritten nach oben klettern. Welcher Gedanke f├╝hlt sich in der jetzigen Situation am besten an? Und welchen dieser Gedanken kannst du jetzt gerade auch erreichen? Wir k├Ânnen nicht von ganz unten nach ganz oben springen. Das ist einfach nicht m├Âglich, denn jede Emotion hat ihren Sinn und wir m├╝ssen jede Stufe besteigen, um nach oben zu kommen. Jede h├Âhere Emotion bringt ein St├╝ckchen Erleichterung und auch Erkenntnisse.

Keine Emotion ist permanent. Wir m├╝ssen uns nicht daf├╝r sch├Ąmen, wenn wir im unteren Bereich der Skala gelandet sind. Das ist nunmal das Leben und es gibt auch keinen Grund daf├╝r, es anders haben zu wollen! Wenn man einen Raum aufr├Ąumen will, dann macht man anfangs auch oft mehr Chaos, als zuvor. Aber irgendwann ist der Raum aufger├Ąumt und alles ist an seinem Platz.┬á

Wenn wir uns selber beobachten und bewusst ├╝ber unsere Emotionen werden, dann k├Ânnen wir entscheiden, wo auf der Skala wir lieber w├Ąren, anstatt immer das Opfer der Umst├Ąnde zu sein. Wir k├Ânnen uns dazu entscheiden den Autopilot und die damit verbunden Gedankenloops, die immer wieder alte Erinnerungen abspielen, auszuschalten. Und dann k├Ânnen wir Stufe f├╝r Stufe nach oben klettern und uns immer besser f├╝hlen. Aber erst wenn wir nicht mehr w├╝tend auf uns sind, auch wenn wir die Stufen wieder hinunterfallen – ┬áerst dann sind wir wirklich frei!

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4 Comments

  • Reply Melanie

    Oh ja, die Skala kenne ich von der DBT Therapie und sie hat mir total geholfen. Ich kann die einzelnen Punkte besser f├╝r mich anwenden. Aber es ist schwer sich erstmal mit allem genauer auseinander zu setzten, aber sobald man etwas mehr ├╝ber seine Gef├╝hle und Situationen wei├č, wird es einfacher .-*

    viele liebe Gr├╝├če
    Melanie / http://www.goldzeitblog.de

    4. November 2017 at 10:22
    • Reply Marina

      Die DBT Therapie sagt mir gar nichts, das muss ich mir mal ansehen ­čÖé
      Ja aller Anfang ist schwer. Aber ich finde es ist unglaublich erleichternd zu wissen, dass jede Emotion okay ist und man nicht vor ihr fl├╝chten muss.
      Danke f├╝r deinen Kommentar. <3
      Liebe Gr├╝├če
      Marina

      11. November 2017 at 14:05
  • Reply Lea

    Toller und sehr hilfreicher Post ! .)
    Liebe Gr├╝├če Lea

    http://www.estilo-bylea.com

    5. November 2017 at 12:05
    • Reply Marina

      Vielen Dank liebe Lea. Freut mich sehr, dass du etwas aus dem Post gewinnen konntest ­čÖé
      Liebe Gr├╝├če
      Marina

      11. November 2017 at 14:05

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